Alle Kategorien

Nachrichten

Startseite >  Nachrichten

AKTUELL: Alstom plant Verkauf des deutschen Lokomotivwerks!

2026-06-03

1(d23b7a1070).png

Verkaufsverhandlungen beginnen, Werk mit 800 Mitarbeitern wird geprüft
Der französische Eisenbahnverkehrsgigant Alstom befindet sich in Verhandlungen über den Verkauf seines Lokomotivherstellungswerks in Kassel, Deutschland. Lokale Medien bestätigen, dass das Werk derzeit rund 800 Beschäftigte beschäftigt und dass Gespräche über den Verkauf bereits im Gange sind. Aufgrund einer Geheimhaltungsvereinbarung wurde die Identität des potenziellen Käufers nicht bekanntgegeben, und Alstom hat noch keine endgültige Entscheidung getroffen.
Das Werk blickt auf eine fast 180-jährige Geschichte der Lokomotivfertigung zurück, die bis ins Jahr 1848 reicht. Es wurde Teil von Alstom nach der Übernahme von Bombardier Transportation durch das Unternehmen im Jahr 2021. In den letzten Jahren hat Alstom mehrere zehn Millionen Euro in die Modernisierung der Anlage investiert und im Jahr 2023 angekündigt, die jährliche Produktionskapazität für Lokomotiven bis 2026 von 40 auf 160 Einheiten zu steigern. Im gesamten Jahr 2025 arbeitete das Werk mit voller Kapazität.
Umstrukturierung der Produktion, Wartungsdienstleistungen schrittweise ausgelagert
Mit der Ausweitung der Produktionskapazität begann Alstom Ende 2023, seine operative Struktur anzupassen, und verlagerte die zuvor im Werk Kassel durchgeführte Lokomotivwartung nach außen. Derzeit verbleiben am Standort nur noch rund 100 Mitarbeiter, die sich auf Wartung und Instandhaltung konzentrieren. Das Werk ist eine zentrale Produktionsstätte für die in Europa äußerst beliebte Traxx-Lokomotivplattform, von der seit ihrer Markteinführung im Jahr 2000 über 3.000 Einheiten verkauft wurden. Die Traxx-Lokomotiven sind für den Einsatz in 20 europäischen Ländern zugelassen und werden umfassend im grenzüberschreitenden Personen- und Güterverkehr eingesetzt – was die strategische industrielle Bedeutung des Werks unterstreicht.
Reduzierung der deutschen Kapazität, Optimierung der Vermögenswerte als Kernstrategie
Der geplante Verkauf ist Teil der umfassenderen Bemühungen von Alstom zur Optimierung seiner Vermögenswerte nach der Übernahme von Bombardier. Das Unternehmen kündigte Ende 2023 einen Plan zum Verkauf von Vermögenswerten im Umfang von 2 Milliarden Euro an, um den Schulendruck zu verringern. Zuvor hatte Alstom die Absicht dargelegt, die Produktion mehrerer Triebfahrzeuge und Stadtbahnfahrzeuge ab 2026 schrittweise von Deutschland nach Polen zu verlagern. Sein Werk Görlitz war zuvor an einen Rüstungsunternehmer verkauft worden, während andere Standorte wie Hennigsdorf ebenfalls operative Anpassungen erfahren haben. Nach der Übernahme von Bombardier übernahm Alstom eine Reihe weniger profitabler und anspruchsvoller Aufträge, wodurch die Reduzierung veralteter lokaler Kapazitäten und die Revitalisierung von Vermögenswerten zu einem zentralen operativen Schwerpunkt wurden.
Entstehen von Arbeitgeber‑Arbeitnehmer‑Gegensätzen, branchenweite Neuausrichtung enthüllt zugrundeliegende Spannungen
Nachrichten Der geplante Verkauf hat erhebliche Aufmerksamkeit der deutschen Metallgewerkschaft auf sich gezogen. Die Gewerkschaft und die Unternehmensleitung hatten zuvor Vereinbarungen über Investitionszusagen und Beschäftigungssicherung getroffen, wobei die Beschäftigten Lohnzugeständnisse im Austausch für Garantien stabiler Betriebsabläufe machten. Der aktuelle Plan zur Veräußerung von Vermögenswerten stört dieses frühere Einvernehmen. Die Gewerkschaft fordert Klarheit zum Umfang des Verkaufs, insbesondere hinsichtlich der Trennung von Produktionsanlagen von Instandhaltungsaktivitäten. Aus Sicht branchenweiter Trends wird die Übertragung und Umstrukturierung traditioneller europäischer Schienenfahrzeughersteller zunehmend üblich. Während Deutschland den Ausbau des Hochgeschwindigkeitsverkehrs aktiv vorantreibt, schrumpft die heimische Fertigungskapazität für Schienenfahrzeuge weiter – ein deutlicher Kontrast in der industriellen Entwicklung.
Herausforderungen nach der Fusion treten zutage, langfristige Risiken für die Lieferkette zeichnen sich ab
Branchenanalysten weisen darauf hin, dass die Schließung des Werks in Kassel die operativen Herausforderungen offenbart, mit denen Alstom seit der Übernahme von Bombardier konfrontiert ist. Obwohl der Verkauf zentraler Produktionsanlagen kurzfristig Liquidität generieren und die Verschuldung senken kann, könnte dies das etablierte europäische Fertigungssystem untergraben und langfristige Risiken wie Instabilität in der Lieferkette sowie eine zunehmende Schwierigkeit bei der Qualitätskontrolle nach sich ziehen. Deutschland ist Alstoms größter Markt außerhalb Frankreichs, und das Ergebnis dieser Werksschließung wird unmittelbar die langfristige industrielle Positionierung des Unternehmens im Land prägen. Zudem wird daran Alstoms Fähigkeit getestet, während dieser Umstrukturierungsphase Arbeitsbeziehungen und regionale Geschäftstätigkeiten zu steuern.

Fordern Sie ein kostenloses Angebot an

Unser Vertreter wird Sie in Kürze kontaktieren.
E-Mail
Name
Unternehmensname
Nachricht
0/1000