Die Technische Universität Posen in Polen hat die Fertigstellung der Konstruktions- und technischen Unterlagen für den Drehgestelltyp 37TN bekanntgegeben – ein bedeutender Durchbruch im polnischen Sektor schwerer Güterwagen-Ausrüstung. Das Projekt, das seit 2023 staatliche Zuschüsse erhält, schließt eine technologische Lücke in der polnischen Eisenbahnindustrie.
Das Drehgestell 37TN ist speziell für sechsachsige Güterwagen mit einer Achslast von maximal 22,5 Tonnen konzipiert. Die einzigartige Achsanordnung erhöht deutlich die Trag- und Transportkapazität des Wagens und macht ihn geeignet für den Transport einer Vielzahl großer und überdimensionaler Ladungen, darunter Energiespeicherausrüstung, Industriemaschinen, Schienen, Stahlkonstruktionen und Holz sowie militärische Ausrüstung mit einem Gewicht von über 60 Tonnen.
Hinsichtlich der Leistungsfähigkeit verfolgt der Drehgestelltyp 37TN ein leichtes, aber hochfestes Konstruktionskonzept, das Herstellungseffizienz und Betriebssicherheit optimal ausbalanciert. Mit diesem Drehgestell ausgerüstete Wagen können Höchstgeschwindigkeiten von 100 km/h (bei voller Zuladung) bzw. 120 km/h (im leeren Zustand) erreichen und erfüllen damit vollständig die europäischen Technischen Spezifikationen für die Interoperabilität (TSI). Obwohl bislang noch keine Bestellungen vorliegen, wird erwartet, dass die Vorbereitung der Serienfertigung sowie die Zertifizierung nicht länger als 18 Monate in Anspruch nehmen und entweder durch private Unternehmen oder staatliche Schienenfahrzeughersteller durchgeführt werden können. Die Einführung dieses Drehgestells wird zudem das Ende der polnischen Geschichte ohne eigene Produktion von sechsachsigen Güterwagen markieren.