
Ein neuer privater Anbieter ist mit der offiziellen Markteinführung von Velvet Trains in den französischen Hochgeschwindigkeitsbahnmarkt eingetreten und damit das erste privat geführte Hochgeschwindigkeitsbahnunternehmen des Landes entstanden. Ursprünglich Proxima genannt, hat das Projekt eine Finanzierung in Höhe von einer Milliarde Euro gesichert, um das zentrale Ziel zu erreichen, das langjährige Monopol der staatlichen SNCF im Bereich der Fernverkehrshochgeschwindigkeitsdienste zu brechen. Geplant ist die Aufnahme des Betriebs neuer Verbindungen zwischen Paris und Städten an der Atlantikküste im Jahr 2028 – ein Schritt, der neue Wettbewerbsimpulse in den französischen Hochgeschwindigkeitsbahnsektor bringen wird.
Von Proxima zu Velvet: Die Geburt des ersten privaten Hochgeschwindigkeitsanbieters
Am 1. Juli 2025 wurde das Proxima-Projekt, das von ehemaligen SNCF-Exekutiven und erfahrenen Unternehmern gegründet wurde, offiziell in Velvet Trains umbenannt und enthüllte sein charakteristisches grün-lila Farbschema. Die Gründung war durch das französische Eisenbahnreformgesetz von 2018 möglich geworden, das den langstreckenfähigen Hochgeschwindigkeitsmarkt für private Anbieter geöffnet hatte. Der Markteintritt von Velvet bedeutet die Ankunft des ersten inländischen privaten Anbieters in einem Markt, der zuvor ausschließlich von ausländischen Wettbewerbern besetzt war.
Kernplan: 12 neue Züge, Betriebsaufnahme ab 2028
Das Unternehmen hat bei Alstom eine Bestellung für 12 Hochgeschwindigkeitszüge des Typs Avelia Horizon Basierend auf der TGV-M-Plattform bieten die Doppelstock-, modularen Züge Vorteile hinsichtlich Energieeffizienz, großer Fenster und geräumiger Innenräume. Alstom wird 15 Jahre lang umfassende Wartungsunterstützung leisten. Die Züge befinden sich derzeit in der Produktion in La Rochelle und Belfort, und ein neues Wartungsdepot wird in Marchéprome errichtet. Gemäß dem Zeitplan soll die Auslieferung ab 2028 mit einer Rate von einem Zug pro Monat beginnen. Die ersten vier Züge werden priorisiert auf der lukrativen Strecke Paris–Bordeaux eingesetzt, wobei die gesamte Flotte bis 2029 im Einsatz sein soll.
Differenzierte Konkurrenz: Fokus auf Erlebnis und innovatives Modell
Velvet Trains basiert auf den Kernprinzipien „Neuartigkeit, Komfort und Bequemlichkeit“. Das Design orientiert sich an den Branchen Hotel, Theater und Luftfahrt und zielt darauf ab, die Grenzen zwischen Geschäfts- und Freizeitreisen zu verwischen sowie die Onboard-Konnektivität und -Inhaltsdienste zu verbessern, um ein differenziertes Reiseerlebnis zu schaffen. Betrieblich stützt es sich auf das Full-Service-Wartungspaket von Alstom und verzichtet daher auf den Aufbau eines eigenen Wartungsteams; die Rentabilität soll durch einen hohen Servicefrequenz und hohe Auslastungsfaktoren erreicht werden.
Zunehmender Wettbewerb: SNCF reagiert – vielversprechende Aussichten
Als Reaktion auf diese Herausforderung hat SNCF angekündigt, dass sie 4 Millionen Sitzplätze bis 2026 auf Atlantik-Küstenrouten auszudehnen, um seine Marktposition zu festigen. Obwohl es einen erheblichen Vorteil hinsichtlich der Fahrzeugflottengröße besitzt, ist Velvet Trains mit seiner Flexibilität und innovativen Konzeption gut positioniert, eine spezifische Kundensegment anzusprechen. Die derzeit größte Herausforderung für das Projekt liegt in Alstoms Produktions- und Lieferkapazitäten. Der französische Alstom-Konzernchef hat sich verpflichtet, 150 Millionen Euro in die Kapazitätserweiterung zu investieren und die Zertifizierungserfahrung aus dem TGV-M-Programm zu nutzen, um sicherzustellen, dass Velvet Trains pünktlich im Jahr 2028 den Betrieb aufnehmen können.